Das MBSR-Achtsamkeitstraining nach Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn

Stressbewältigung durch Achtsamkeit

 

"Die Schulung der Achtsamkeit führt zu einer neuen Sicht- und Seinsweise, weil sie dem Meditierenden die Kraft und die Bedeutung des gegenwärtigen Augenblicks erschließt. Der gegenwärtige Augenblick, das Jetzt, ist der einzige Augenblick, in dem wir wirklich leben. Vergangenes ist vorüber, Zukünftiges noch nicht geschehen. Nur die Gegenwart steht uns zum Leben zur Verfügung."

Jon Kabat-Zinn

 

Was ist MBSR?

 

Hinter den Buchstaben "MBSR" verbirgt sich der englische Ausdruck für "Stressbewältigung durch Achtsamkeit" (Mindfulness-Based Stress Reduction).

Begründer ist der Molekularbiologe und Anatomieprofessor Dr. Jon Kabat-Zinn, der mit seinen Mitarbeitern 1979 die Methode in der Stress-Reduction-Clinic an der Universitätsklinik von Massachusetts (USA) entwickelt und seitdem anwendet, lehrt und wissenschaftlich erforscht.

 

Jon Kabat-Zinn, der 1944 in New York geboren wurde, kam früh mit Zen und Yoga in Berührung. Die positiven Erfahrungen, die er hier machte, wollte er mit seiner von Glaubenssystemen und Ideologien unabhängigen Selbsthilfemethoden Menschen nahebringen, die in besonderer Weise unter körperlichem oder psychischen Stress leiden.

 

Er entwickelte das sogenannte MBSR-Training, bei dem es darum geht, einen verantwortungsvollen und achtsamen Umgang mit sich selbst zu erlernen, inmitten von Stress-Situationen, Schmerzen, Krankheiten und anderen Herausforderungen des täglichen Lebens. Es vereint das bewährte Wissen über die Wirkung von Meditation und sanften Yoga-Übungen mit moderenen Erkenntnissen der Stressforschung.

 

In Deutschland wird das Achtsamkeitstraining seit Mitte der 1990er Jahre sowohl in der Prävention als auch in der Rehabilitation erfolgreich durchgeführt und wirkt nachweislich gesundheitsfördernd.

 

Was ist Achtsamkeit?

 

Die "Stressbewätligung" durch Achtsamkeit (MBSR) basiert auf der Schulung des achtsamen Umganges mit geistigen, seelischen und körperlichen Erfahrungen.

 

Unter Achtsamkeit wird dabei die Fähigkeit verstanden, Gedanken, Gefühle, Sinneseindrücke und Körperempfindungen so umfassend und unmittelbar wie möglich wahrzunehmen, ohne sie zu bewerten und ohne in Grübeleien, Erinnerungen oder Zukunftsplanungen gefangen zu sein.

 

Die Praxis der Achtsamkeit ist im Grunde unspektakulär und einfach, es geht um nicht mehr aber auch um nicht weniger als die Einübung achtsamen Tuns und achtsamen Nicht-Tuns. Begleiterscheinungen sind mehr Ruhe, Gelassenheit und Zentriertheit.

 

Wer ist die Zielgruppe?

 

Das MBSR-Achtsamkeitstraining richtet sich an alle Menschen

  • die einen achtsamen Umgang mit sich und anderen suchen und ihr Leben bewusst gestalten wollen, sei es weil sie mit beruflichem oder privatem Stress anders umgehen wollen oder weil sie durch akute oder chronische Krankheiten belastet sind
  • die innerhalb einer unterstützenden Gruppe eine seit vielen Jahren bewährte und wissenschaftlich umfangreich erforschte und weltanschaulich neutrale Selbthilfemethode lernen möchten

Gibt es Kontraindikationen?

 

Alle Übungen können meist so abgewandelt werden, dass sie auch bei Einschränkungen durchführbar sind. Das MBSR-Training ist eine Methode zur Selbsthilfe, es kann aber keine medizinisch oder psychotherapeutisch notwendige Behandlung ersetzen. In bestimmten Fällen ist in akuten Krankheitsphasen von einem MBSR-Achtsamkeitstraining abzuraten.

 

Was sind die Inhalte des MBSR-Achtsamkeitstrainings?

 

1. Die "formelle Praxis" der Achtsamkeitsmeditation bildet die Grundlage des Trainings. Im Kurs werden verschiedene Formen der Meditation eingeführt, die dann zuhause regelmäßig praktiziert werden:

  • Body-Scan (Übung zur Körperwahrnehmung im Liegen)
  • Meditation im Sitzen und Liegen mit der Wahrnehmung des Atems
  • Meditation im Gehen
  • Einfache, sanfte Yogaübungen in Kombination mit der Wahrnehmung des Atems

2. Diese wird ergänzt durch die sogenannte "informelle Praxis",  dh. das Praktizieren und Verankern von Achtsamkeit im Alltag, um ganz bewusst in einer wachen Präsenz zu sein.

 

3. In jeder Einheit wird eine Grundhaltung, eine sogenannte "Achtsamkeitsqualität", im Fokus stehen wie zum Beispiel Nicht-Beurteilen, Anfängergeist, Geduld, Vertrauen, Akzeptanz, Entschlossenheit, Loslassen, usw.

 

4. Zusätzlich gibt es inhaltliche Schwerpunktthemen, wie zum Beispiel

  • Wahrnehmungsprozesse und der Umgang mit Gedanken und Gefühlen
  • Stresstheorie, Stressverstärker, automatische Stressreaktionen
  • Selbstfürsorge im privaten und beruflichem Kontext
  • Achtsamer Dialog und achtsame Kommunikation

Das Training bietet zusätlich zur Entspannung die Möglichkeit der Selbstreflexion und hilft den Anfang für eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis zu legen.

 

Kursunterlagen

 

Zu jeder Einheit wird es Unterlagen geben mit

  • ergänzenden Texten zu den einzelnen Schwerpunktthemen
  • Anregungen zur selbständigen Übungspraxis und Vorlagen für Tagebucheinträge
  • Unterstützung zur Selbstreflektion
  • MP3-Dateien mit Anleitung zur täglichen formellen Praxis
  • zusätzliche Literaturempfehlungen